Nachthimmel mit Leoniden-Sternschnuppen sowie Jupiter und Mars dicht beisammen, Titel Sternenhimmel im November
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Sternenhimmel im November 2026: Leoniden, Jupiter trifft Mars und Uranus in Opposition

Der November 2026 hat drei Höhepunkte: die Sternschnuppen der Leoniden in der Nacht vom 17. auf den 18. November, ein enges Treffen von Jupiter und Mars am Morgenhimmel um den 16. November und die Opposition des Uranus am 25. November. Dazu kommen Saturn am Abendhimmel, Venus als Morgenstern und eine gute Morgensichtbarkeit des Merkur. Alle Zeiten gelten für Frankfurt am Main, in Deutschland, Österreich und der Schweiz weichen sie nur um wenige Minuten ab.

Was in der jeweiligen Woche am Himmel steht, zeigt unsere Sternkarte der Woche, die jeden Donnerstag neu berechnet wird.

November 2026 auf einen Blick

DatumEreignisWann und woSichtbar mit
3.11.Mond neben Jupiter, Mars in der Nähemorgens gegen 6 Uhr, hoch im Südostenbloßem Auge
9.11.Neumonddunkelste Nächte des Monats–
11./12.11.Nördliche Tauriden (Maximum)ganze Nacht, Mond stört kaumbloßem Auge
16.11.Jupiter und Mars nur 1,2° auseinandermorgens ab etwa 2 Uhr, gegen 6 Uhr hoch im Südsüdostenbloßem Auge, Fernglas
17./18.11.Leoniden (Maximum gegen 0:45 Uhr)nach Monduntergang (23:53 Uhr) bis zur Morgendämmerungbloßem Auge
um 21.11.Merkur am Morgenhimmel (größter Abstand zur Sonne)45 Minuten vor Sonnenaufgang tief im Ostsüdostenbloßem Auge, Fernglas zum Suchen
20.11.Mond bei Saturnabends gegen 20 Uhr im Südenbloßem Auge
24.11.Vollmond nahe den Plejadenabends im Ostnordostenbloßem Auge
25.11.Uranus in Oppositionganze Nacht im StierFernglas
30.11.Mond neben Jupiter, Mars und Regulusmorgens gegen 6 Uhr im Südenbloßem Auge

Sonne und Mond im November

Die Tage werden spürbar kürzer: In Frankfurt geht die Sonne am 1. November um 7:15 Uhr auf und um 17:01 Uhr unter, am 30. November erst um 8:00 Uhr auf und schon um 16:26 Uhr unter. Richtig dunkel, also astronomische Nacht, ist es Anfang des Monats ab etwa 18:50 Uhr, Ende des Monats ab 18:25 Uhr. Gute Bedingungen für alle, die nicht bis Mitternacht aufbleiben wollen.

MondphaseDatum und Uhrzeit
Letztes Viertel1.11., 21:28 Uhr
Neumond9.11., 8:02 Uhr
Erstes Viertel17.11., 12:47 Uhr
Vollmond24.11., 15:53 Uhr

Für lichtschwache Galaxien und Nebel ist die Woche um Neumond am besten, etwa vom 5. bis 14. November. Rund um Vollmond lohnt sich der Blick auf den Mond selbst, oder auf einen Halo um den Mond, wenn Schleierwolken aufziehen.

Planeten im November 2026

Saturn: Planet des Abends

Saturn ist den ganzen Monat über der Planet für den Abend. Er steht im Sternbild Walfisch, unterhalb des großen Herbstvierecks des Pegasus, und ist mit 0,5 mag ein heller, ruhig leuchtender Punkt. Mitte November steht er gegen 20 Uhr etwa 38 Grad hoch im Südsüdosten und geht erst gegen 3:30 Uhr unter. Schon ein kleines Teleskop zeigt den Ring. Er ist nach der Kantenstellung im Jahr 2025 noch recht schmal geöffnet. Mehr zu Saturn in unserem Artikel zur Saturn-Opposition 2026.

Jupiter und Mars: enges Paar am Morgenhimmel

Jupiter und Mars stehen im November beide im Sternbild Löwe, nicht weit vom hellen Stern Regulus. Mitte des Monats gehen sie gegen 23:20 Uhr auf, Ende November schon gegen 22:40 Uhr. Am schönsten sind sie am Morgen: Gegen 6 Uhr stehen sie über 50 Grad hoch im Südsüdosten.

Am 16. November kommen sich die beiden am nächsten. Nur 1,2 Grad trennen sie dann, das sind etwas mehr als zwei Vollmondbreiten. Jupiter ist mit −2,1 mag deutlich heller und leuchtet weißlich, Mars daneben mit 0,7 mag rötlich. Die Annäherung lässt sich über mehrere Tage verfolgen, schon vom 11. bis 21. November stehen sie weniger als 2,5 Grad auseinander. Im Fernglas passen beide gut ins Bildfeld, und am Jupiter sieht man dabei seine vier großen Monde als feine Lichtpunkte.

Jupiter steuert auf seine Opposition am 11. Februar 2027 zu und wird in den kommenden Monaten immer früher sichtbar. Mehr dazu im Artikel zur Jupiter-Opposition.

Venus und Merkur: Morgenhimmel

Venus taucht ab Mitte November als Morgenstern auf. Sie ist mit −4,8 mag nach dem Mond das hellste Objekt am Himmel. Mitte November geht sie gegen 4:50 Uhr auf und steht 45 Minuten vor Sonnenaufgang etwa 15 bis 20 Grad hoch im Südosten. Zum Monatsende steigt sie langsam höher.

Merkur zeigt sich im November gut am Morgenhimmel, der Herbst ist dafür die günstigste Jahreszeit. Am 21. November erreicht er seinen größten Abstand von der Sonne. Zwischen etwa dem 15. und 28. November steht er 45 Minuten vor Sonnenaufgang rund 8 bis 10 Grad hoch im Ostsüdosten, links unterhalb der Venus. Ein freier Blick zum Horizont ist Pflicht. Ein Fernglas hilft beim Suchen. Wichtig: Mit Fernglas oder Teleskop nur suchen, solange die Sonne noch nicht aufgegangen ist.

Uranus in Opposition am 25. November

Am 25. November steht Uranus der Sonne genau gegenüber. Er ist dann die ganze Nacht sichtbar und so hell wie in diesem Jahr nicht mehr: 5,6 mag. Unter sehr dunklem Himmel liegt das gerade an der Grenze dessen, was das bloße Auge sieht, mit einem Fernglas ist er gut zu finden. Uranus steht im Sternbild Stier, rund 5 Grad südöstlich der Plejaden, also etwa drei Fingerbreiten bei ausgestrecktem Arm. Im Fernglas wirkt er wie ein Stern, erst im Teleskop zeigt er sich als winziges, blaugrünes Scheibchen.

Einen Haken hat der Termin: Am Tag davor ist Vollmond, und der Mond steht am 24. November sogar in der Nähe der Plejaden. Für die Suche ist die erste Monatshälfte besser, oder die erste Dezemberwoche. Uranus bewegt sich in dieser Zeit kaum. Mehr Hintergrund im Artikel zur Uranus-Opposition.

Neptun steht in der Nähe von Saturn im Sternbild Fische. Mit 7,8 mag braucht man für ihn ein Teleskop und eine gute Aufsuchkarte.

Sternschnuppen im November: Leoniden und Tauriden

Leoniden: Maximum in der Nacht vom 17. auf den 18. November

Die Leoniden erreichen ihr Maximum laut der Internationalen Meteororganisation (IMO) am 18. November gegen 0:45 Uhr unserer Zeit. In einem normalen Jahr sind unter idealen Bedingungen etwa 15 Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten, in der Praxis meist weniger. Die Leoniden sind die schnellsten Sternschnuppen des Jahres: Sie treffen mit rund 71 Kilometern pro Sekunde auf die Atmosphäre und ziehen oft eine kurz nachleuchtende Spur hinter sich her.

Die Bedingungen 2026 sind gut: Der zunehmende Halbmond geht am 17. November schon um 23:53 Uhr unter. Danach ist der Himmel dunkel. Der Radiant, also der Punkt im Sternbild Löwe, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen, geht gegen 23 Uhr auf und steht um 5 Uhr schon über 50 Grad hoch im Südosten. Am meisten sieht man daher zwischen etwa 2 Uhr und dem Beginn der Morgendämmerung gegen 6 Uhr. Auch die Nächte vor und nach dem Maximum lohnen sich.

Sternkarte für den Morgen des 18. November 2026 um 5 Uhr über Frankfurt mit dem Radianten der Leoniden im Löwen sowie Jupiter und Mars
Der Himmel am 18. November 2026 um 5 Uhr über Frankfurt: Der Radiant der Leoniden steht hoch im Südosten im Löwen, gleich daneben Jupiter und Mars. Karte über den Kopf halten, Norden oben.

So klappt es: Einen dunklen Ort ohne Straßenlaternen suchen, warm anziehen und eine Liege oder einen Campingstuhl mitnehmen. Nicht direkt auf den Radianten schauen, sondern etwa 40 bis 60 Grad daneben, dort sind die Spuren länger. Die Augen brauchen 20 bis 30 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Kein Blick aufs helle Handy-Display. Fernglas oder Teleskop helfen bei Sternschnuppen nicht, das bloße Auge sieht den größten Himmelsausschnitt.

Nördliche Tauriden: wenige, aber manchmal sehr helle Sternschnuppen

Die Tauriden sind den ganzen Herbst über aktiv. Die Nördlichen Tauriden haben ihr Maximum um den 11. und 12. November, die Südlichen Tauriden schon um den 5. November. Mit etwa 5 Sternschnuppen pro Stunde sind sie ein schwacher Strom. Ihre Meteore sind aber langsam, und gelegentlich ist eine besonders helle Feuerkugel dabei. 2026 passt der Termin: Am 12. November geht die schmale Mondsichel schon um 18:12 Uhr unter, die ganze Nacht bleibt dunkel. Die Tauriden kommen aus Richtung Stier und sind die ganze Nacht über zu sehen.

Sternbilder am Novemberhimmel

Am frühen Abend dominieren die Herbststernbilder: Hoch im Süden steht das große Viereck des Pegasus, links daran schließt die Andromeda an. In ihr liegt die Andromedagalaxie, unter dunklem Himmel als schwacher Lichtfleck schon mit bloßem Auge zu erkennen und im Fernglas ein schönes Ziel. Hoch über uns stehen Kassiopeia, das große W, und Perseus.

Im Osten steigen die Plejaden auf, das Siebengestirn, gefolgt vom Stier mit dem rötlichen Aldebaran. Mitte November geht gegen 20 Uhr Beteigeuze im Osten auf, das Wintersternbild Orion ist damit ab etwa 21 Uhr ganz zu sehen. Gegen 23 Uhr folgt Sirius, der hellste Stern des Nachthimmels. Wer bis Mitternacht draußen bleibt, sieht also schon den Winterhimmel.

Lange, dunkle Nächte machen den November außerdem zu einem guten Monat für Polarlichter. Ob sich der Blick nach Norden lohnt, zeigt unsere Polarlicht-Vorhersage.

Beobachtungstipps für den November

  • Warm anziehen: Bei klaren Novembernächten fällt die Temperatur schnell unter null. Mehrere Schichten, Mütze, Handschuhe und warme Schuhe sind wichtiger als jedes Zubehör.
  • Teleskop rechtzeitig nach draußen stellen: Ein Teleskop braucht 30 bis 45 Minuten, um sich der Außentemperatur anzupassen, sonst flimmert das Bild.
  • Taukappe und Geduld: Feuchte Novemberluft lässt Optiken schnell beschlagen. Nicht abwischen, sondern mit einer Taukappe oder einem Föhn vorbeugen.
  • Einstieg ins Hobby: Wer zu Weihnachten über ein Teleskop nachdenkt, findet in unserem Ratgeber Teleskop für Anfänger Empfehlungen für jedes Budget.

Häufige Fragen

Wann sind die Leoniden 2026 am besten zu sehen?

Das Maximum ist in der Nacht vom 17. auf den 18. November 2026, laut IMO gegen 0:45 Uhr. Da der Mond um 23:53 Uhr untergeht und der Radiant erst gegen 23 Uhr aufgeht, sieht man am meisten zwischen etwa 2 Uhr und dem Beginn der Morgendämmerung gegen 6 Uhr.

Welche Planeten sind im November 2026 zu sehen?

Abends Saturn im Süden, ab etwa 23 Uhr Jupiter und Mars, die morgens hoch im Südsüdosten stehen. Venus ist ab Mitte November Morgenstern, Merkur ist um den 21. November tief im Ostsüdosten zu finden. Uranus steht am 25. November in Opposition und ist im Fernglas sichtbar.

Wann treffen sich Jupiter und Mars im November 2026?

Am Morgen des 16. November stehen Jupiter und Mars nur 1,2 Grad auseinander, etwas mehr als zwei Vollmondbreiten. Beide sind mit bloßem Auge zu sehen, am besten gegen 6 Uhr hoch im Südsüdosten.

Wann ist Vollmond im November 2026?

Vollmond ist am 24. November 2026 um 15:53 Uhr, Neumond am 9. November um 8:02 Uhr.

Kann man Uranus mit bloßem Auge sehen?

Mit 5,6 mag liegt Uranus an der Grenze der Sichtbarkeit. Unter sehr dunklem Himmel und mit genauer Karte ist er mit bloßem Auge gerade erkennbar, mit einem Fernglas ist er leicht zu finden. Im November 2026 steht er rund 5 Grad südöstlich der Plejaden.

Alle Zeiten in MEZ für Frankfurt am Main, berechnet mit den JPL-Ephemeriden DE421. Meteorstrom-Daten nach dem Kalender der Internationalen Meteororganisation (IMO).

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