Polarlicht-Vorhersage: Kann ich heute Polarlichter sehen?

Kann ich heute Nacht Polarlichter sehen? Unsere Polarlicht-Ampel wertet die Vorhersage des NOAA Space Weather Prediction Center für die nächsten 24 Stunden aus und zeigt dir auf einen Blick, ob sich der Blick nach Norden lohnt – für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Polarlicht-Ampel
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Schwellen bezogen auf ca. 50° N (Höhe Frankfurt am Main). Weiter nördlich reicht ein niedrigerer Kp-Wert, weiter südlich braucht es mehr.
Quelle: NOAA Space Weather Prediction Center · –

Ab welchem Kp-Wert sieht man Polarlichter in Deutschland?

Der Kp-Index misst, wie stark das Erdmagnetfeld durch den Sonnenwind gestört ist – auf einer Skala von 0 (ruhig) bis 9 (extremer Sturm). Je höher der Wert, desto weiter nach Süden reichen die Polarlichter. Als Faustregel gilt:

Regionmit der Kameramit bloßem Auge
Norddeutschland, Küsteab Kp 4ab Kp 5
Mitte (z. B. Köln, Frankfurt, Leipzig)ab Kp 5ab Kp 7
Süden, Österreich, Schweizab Kp 6ab Kp 8

Ab Kp 5 spricht man von einem geomagnetischen Sturm. Die US-Wetterbehörde NOAA teilt diese Stürme in Stufen ein: Kp 5 entspricht G1 (schwach), Kp 7 G3 (stark), Kp 9 G5 (extrem).

Wie zuverlässig ist die Vorhersage?

Polarlicht-Vorhersagen sind deutlich unsicherer als Wettervorhersagen. Ob ein Sonnensturm bei uns ankommt und wie stark er wirkt, hängt vor allem von der Ausrichtung des Magnetfelds im Sonnenwind ab. Die lässt sich erst messen, wenn der Sturm etwa 30 bis 60 Minuten vor der Erde an Messsatelliten vorbeizieht. Eine hohe Vorhersage ist also eine Chance, keine Garantie – und umgekehrt kann es auch bei mittlerer Vorhersage überraschend leuchten.

Die Sonne hat ihr Aktivitätsmaximum um 2024/2025 durchlaufen. Auch in den Jahren danach sind starke Stürme noch gut möglich – der heftigste seit über 20 Jahren war im Mai 2024 bis nach Süddeutschland zu sehen.

So hast du die besten Chancen

  • Dunkler Ort mit freiem Blick nach Norden: Polarlichter stehen bei uns meist tief über dem Nordhorizont. Stadtlicht, Häuser und Bäume schlucken sie schnell.
  • Augen an die Dunkelheit gewöhnen: 20 bis 30 Minuten, ohne aufs Handydisplay zu schauen.
  • Kamera mitnehmen: Schwache Polarlichter wirken für das Auge oft nur wie ein grauer Schimmer. Die Kamera zeigt die grünen und roten Farben deutlich.
  • Geduld haben: Polarlichter kommen in Schüben. Oft leuchtet es nur für einige Minuten auf und flaut dann wieder ab.

Polarlichter fotografieren

Mit dem Smartphone

Nachtmodus einschalten, das Handy auf ein Stativ stellen oder fest abstützen und drei bis zehn Sekunden belichten. Moderne Smartphones zeigen Polarlichter oft, bevor man sie selbst sieht.

Mit der Kamera

Weitwinkelobjektiv, Blende so weit offen wie möglich (etwa f/2,8), ISO 1600 bis 3200, Belichtungszeit 5 bis 15 Sekunden, manuell auf unendlich fokussieren. Ein stabiles Stativ ist Pflicht.

Häufige Fragen

Kann man in Deutschland wirklich Polarlichter sehen?

Ja. In Norddeutschland mehrmals im Jahr, im Süden nur bei starken Stürmen. Meist erscheinen sie als grünlicher oder rötlicher Schimmer tief im Norden, bei sehr starken Stürmen auch hoch am Himmel.

Zu welcher Uhrzeit sind die Chancen am besten?

Grundsätzlich die ganze dunkle Nacht. Häufig sind die Stunden um Mitternacht besonders aktiv, Schübe können aber jederzeit auftreten.

Warum sehe ich auf Fotos mehr als mit dem Auge?

Unser Auge sieht im Dunkeln kaum Farben, die Kamera sammelt dagegen über Sekunden Licht. Deshalb erscheinen schwache Polarlichter auf Fotos leuchtend grün oder rot, obwohl man sie selbst nur als hellen Schleier wahrnimmt.

Was sonst noch am Himmel zu sehen ist, zeigt unsere Sternkarte der Woche – mit Mond, Planeten und Beobachtungstipps für Auge, Fernglas und Teleskop.