Halloween-Kürbis unter der Milchstraße - Halloween 2026
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Halloween 2026 und die Sterne: Samhain, Jägermond und Feuerbälle

Halloween ist älter als jeder Kürbis – und sein Datum kommt vom Himmel. Das keltische Fest Samhain markierte den Übergang in die dunkle Jahreshälfte, bestimmt nach Sonnenlauf und Mondphase. 2026 fällt Halloween auf einen Samstag mit abnehmendem Jägermond, dunklem Abendhimmel und den berüchtigten „Halloween-Feuerbällen“ der Tauriden. Ein Blick auf die Astronomie hinter dem Gruselfest – und darauf, was in der Nacht vom 31. Oktober 2026 über uns zu sehen ist.

Der Himmel an Halloween 2026

Die gute Nachricht vorweg: In der Halloween-Nacht 2026 stört kein Mond. Der Vollmond – der Jägermond – erreicht am Montag, 26. Oktober, um 5.11 Uhr seinen Höhepunkt, fünf Nächte vor dem Fest. Bis zum 31. Oktober ist er zum abnehmenden Dreiviertelmond geschrumpft und geht erst nach Mitternacht auf. Der frühe Abend bleibt also dunkel – ideal, um die Milchstraße, die Plejaden und das aufgehende Wintersechseck zu sehen.

Ein echter Vollmond in der Halloween-Nacht ist übrigens selten: Zuletzt gab es ihn 2020, das nächste Mal erst 2039. Dass Halloween-Bilder trotzdem fast immer einen großen, orangen Mond zeigen, liegt am Jägermond: Er geht an mehreren Abenden hintereinander kurz nach Sonnenuntergang auf und wirkt tief über dem Horizont riesig und rötlich.

Die Termine rund um Halloween 2026 im Überblick

DatumEreignisBedingungen
23. SeptemberHerbst-Tagundnachtgleiche – astronomischer HerbstanfangTag und Nacht etwa gleich lang
21./22. OktoberMaximum der Orioniden (bis zu 20 Meteore pro Stunde)zunehmender Mond stört in der ersten Nachthälfte
25. OktoberZeitumstellung auf Winterzeit – es wird eine Stunde früher dunkel–
26. Oktober, 5.11 UhrVollmond (Jägermond)–
31. OktoberHalloween (Samstag)abnehmender Mond, Aufgang erst nach Mitternacht
4./5. NovemberHauptmaximum der Südlichen Tauridenabnehmende Mondsichel, gute Bedingungen
6./7. NovemberSamhain-Punkt: astronomische Mitte zwischen Herbst-Tagundnachtgleiche und Wintersonnenwende – nach keltischer Zählung der eigentliche Winteranfang–
11./12. NovemberMaximum der Nördlichen Tauridenzunehmende Sichel, kaum Störung
21. DezemberWintersonnenwende – längste Nacht des Jahres, für die Kelten „Mittwinter“–

Die Orioniden – Sternschnuppen vom Halleyschen Kometen
Den Auftakt zur Halloween-Saison machen die Orioniden. Sie stammen aus dem Staub, den der Halleysche Komet auf seiner Bahn hinterlassen hat, und sind von Anfang Oktober bis Anfang November aktiv. Ihr Maximum erreichen sie 2026 in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober mit bis zu 20 Meteoren pro Stunde. Mit rund 66 Kilometern pro Sekunde gehören sie zu den schnellsten Sternschnuppen überhaupt und ziehen oft feine, nachleuchtende Spuren. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Orion, nicht weit von Beteigeuze. Der zunehmende Mond stört 2026 in der ersten Nachthälfte, die besten Chancen gibt es daher nach Monduntergang in den frühen Morgenstunden, wenn der Orion hoch im Süden steht. Einzelne Nachzügler sind auch in der Halloween-Nacht noch unterwegs.

Die Halloween-Feuerbälle
Die Tauriden sind kein Strom für Massen an Sternschnuppen – mit fünf bis zehn Meteoren pro Stunde bleiben sie bescheiden. Dafür sind ihre Teilchen ungewöhnlich groß und langsam. Das erzeugt immer wieder spektakulär helle Feuerkugeln, und weil der Strom genau in den Wochen um Halloween aktiv ist, hat er seinen Spitznamen weg. 2026 fallen beide Maxima auf mondarme Nächte.

Dass die Tauriden mehr als nur hübsch sein könnten, zeigt eine Studie um Mark Boslough (University of New Mexico) im Fachjournal Acta Astronautica: Im Trümmerstrom des Ursprungskometen Encke könnte ein Schwarm größerer Brocken kreisen – der „Tauriden-Resonanzschwarm“. Für die Jahre 2032 und 2036 berechnen die Forscher ein erhöhtes Risiko für Einschläge kleinerer Objekte. Passender kann ein Gruselthema kaum sein.

Die Plejaden – die Sterne der Totenfeste
Die Plejaden, auch Siebengestirn genannt, sind kein einzelner Stern, sondern ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier: rund tausend junge Sterne, von denen das bloße Auge sechs bis sieben erkennt. Um die Zeit von Samhain erreichen sie gegen Mitternacht ihren höchsten Stand über dem Südhorizont. In mehreren Kulturen markierte diese „Mitternachtskulmination der Plejaden“ den Beginn der dunklen Jahreszeit oder fiel mit Totenfesten zusammen, etwa bei den Azteken und in Teilen Polynesiens. Ob auch die Kelten Samhain nach den Plejaden ausrichteten, ist nicht belegt – das zeitliche Zusammentreffen ist aber auffällig. Wer am 31. Oktober gegen 23 Uhr nach Südosten schaut, sieht den kleinen Sternhaufen hoch am Himmel stehen, links darunter den rötlichen Aldebaran.

Samhain – der keltische Ursprung von Halloween

Halloween geht auf das keltische Fest Samhain zurück, eines der vier großen Jahresfeste der Kelten in Irland, Schottland und Britannien. Es markierte das Ende der Erntezeit und den Beginn der dunklen Jahreshälfte – das Vieh kam von den Weiden, die Vorräte waren eingelagert, der Winter begann. Gefeiert wurde in der Nacht zum 1. November, nach heutigem Kalender also am Abend des 31. Oktober.

Samhain galt als Schwellennacht: Die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Anderswelt sei in dieser Nacht besonders dünn, Ahnen und Geister könnten zurückkehren. Dagegen half, was bis heute zu Halloween gehört – große Feuer, Verkleidungen, um die Geister zu täuschen, und Gaben, um sie zu besänftigen.

Der Zeitpunkt war kein Zufall des Kalenders. Die Kelten rechneten mit einem Mond-Sonnen-Kalender. Das zeigt der Kalender von Coligny, eine Bronzetafel aus dem 2. Jahrhundert, die 1897 in Frankreich gefunden wurde. Er verzeichnet einen Monat namens Samonios und die „drei Nächte von Samonios“, die viele Forscher mit Samhain in Verbindung bringen. In der heutigen keltisch inspirierten Tradition wird Samhain deshalb oft als „Schwarzmondfest“ gefeiert, also am Neumond um den Monatswechsel Oktober/November, der dunkelsten Mondphase zu Beginn der dunklen Jahreszeit. Ob das schon die historischen Kelten so hielten, lässt sich aus den Quellen nicht sicher belegen – das Bild passt aber gut zum Charakter des Festes. Die genaue Beobachtung von Sonnenaufgangspunkten und Mondphasen diente dazu, den richtigen Tag für Rituale zu finden – lange bevor ein fester Kalender existierte.

Illustration eines keltischen Dorfes in dessen Mitte ein großes Fest-Feuer brennt

Cross-Quarter Days – warum Halloween dem Himmel eine Woche voraus ist

Mit der Christianisierung Irlands und Britanniens wurden die keltischen Rituale offiziell Das Sonnenjahr hat vier Eckpunkte: zwei Sonnenwenden und zwei Tagundnachtgleichen. Genau auf halbem Weg dazwischen liegen die sogenannten Cross-Quarter Days – Zwischenpunkte, die das Jahr in acht Abschnitte teilen und in vielen alten Kulturen als Feste begangen wurden. Bei den Kelten waren das:

  • Imbolc (um den 1. Februar) – das „erste Licht“ nach dem Winter, die Sonne steigt spürbar höher
  • Beltane (um den 1. Mai) – Beginn der warmen Jahreszeit, die Sonnenbahn ist schon hoch
  • Lughnasadh (um den 1. August) – Beginn der Ernte, die Sonne steht noch kräftig
  • Samhain (um den 1. November) – Beginn der dunklen Jahreshälfte, die Sonne sinkt immer weiter nach Süden

Astronomisch gesehen ist Samhain also der Punkt, an dem die Sonne auf ihrem Weg nach Süden die Hälfte der Strecke zwischen Herbstanfang und Wintersonnenwende zurückgelegt hat. Die Tage werden spürbar kurz, die Sonne steht mittags nur noch knapp über 30 Grad hoch – was alte Kulturen mit dem Rückzug der Lebenskraft und der Nähe zur Anderswelt verbanden. Wichtig für das Verständnis: Für die Kelten begannen die Jahreszeiten an diesen Zwischenpunkten, nicht an Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen. Samhain war Winteranfang, die Wintersonnenwende lag in der Mitte des Winters – daher stammen bis heute Begriffe wie „Mittsommer“ für die Sommersonnenwende oder „Midwinter“ im Englischen.

Ein Detail, das selten erwähnt wird: Der echte astronomische Mittelpunkt liegt nicht am 31. Oktober. 2026 fällt die Herbst-Tagundnachtgleiche auf den 23. September, die Wintersonnenwende auf den 21. Dezember – die Mitte dazwischen liegt um den 6./7. November. Halloween kommt dem Himmel also rund eine Woche zu früh. Das liegt daran, dass die Feste über die Jahrhunderte an feste Kalenderdaten und schließlich an christliche Feiertage gebunden wurden, während sie ursprünglich nach dem tatsächlichen Sonnenstand und der Mondphase bestimmt wurden.

Von Samhain zu Halloween

Mit der Christianisierung Irlands und Britanniens wurden die alten Rituale nicht abgeschafft, sondern umgedeutet. Im 9. Jahrhundert legte die Kirche Allerheiligen auf den 1. November – genau auf Samhain. Der Abend davor hieß fortan „All Hallows’ Eve“, aus dem im Laufe der Zeit „Halloween“ wurde. Allerseelen am 2. November, das Gedenken an die Verstorbenen, übernahm den Ahnenbezug des keltischen Festes.

Die Bräuche wanderten mit: Verkleiden, Feuer, Gaben sammeln und das Aushöhlen von Rüben, aus denen Laternen gegen böse Geister wurden. Irische Auswanderer brachten die Tradition im 19. Jahrhundert nach Nordamerika, wo die Rübe durch den dort reichlich vorhandenen Kürbis ersetzt wurde – und Halloween zu dem Fest, das heute weltweit gefeiert wird.

Samhain, Halloween, Allerheiligen und Allerseelen liegen damit alle an derselben Stelle im Jahr: am Übergang in die dunkle Jahreshälfte, den schon die Kelten am Sonnenlauf abgelesen hatten.

Gruselige Himmelsobjekte

Zu Halloween holen Sternwarten und Weltraumagenturen traditionell ihre schaurigsten Aufnahmen hervor – Nebel in Gespensterform, Galaxien mit verzerrten „Gesichtern“, Dunkelwolken, die wie Hexen oder Totenköpfe aussehen. Ein paar Klassiker, die auch am Halloween-Himmel 2026 stehen:

  • Algol im Perseus – der „Dämonenstern“, bei den Arabern „Ra’s al-Ghul“, der Kopf des Dämons. Er verdunkelt sich alle 2,87 Tage für einige Stunden, weil ein Begleitstern vor ihm vorbeizieht. Am Halloween-Abend steht er hoch im Nordosten.
  • Beteigeuze im Orion – der rote Riese, der irgendwann als Supernova explodieren wird, geht an Halloween gegen 22 Uhr im Osten auf.
  • Der Geisterkopfnebel (NGC 2080) und der Hexenkopfnebel (IC 2118) nahe Rigel – Letzterer ist mit einer Astrokamera und Weitwinkel auch für Amateure erreichbar, wenn auch nur schwach.
  • Der Totenkopfnebel (NGC 246) im Walfisch – ein planetarischer Nebel, der in großen Teleskopen tatsächlich an einen Schädel erinnert.
  • Die Plejaden – kein Gruselobjekt, aber der Sternhaufen, der seit jeher mit den Totenfesten im Herbst verbunden wird (siehe oben).

Auch die ISS hat ihre Halloween-Tradition: Die Besatzungen verkleiden sich seit Jahren in der Schwerelosigkeit, zuletzt mit einem kleinen Halloween-Special der NASA.

Beobachtungstipp für die Halloween-Nacht

Wer am 31. Oktober 2026 zwischen den Kürbissen kurz nach oben schaut, hat gute Karten: Der Mond geht erst nach Mitternacht auf, der Himmel ist dunkel. Im Süden steht die Milchstraße quer über dem Horizont, im Osten gehen Plejaden, Stier und später Orion auf, im Nordosten blinkt Algol. Mit etwas Glück zieht eine langsame Tauriden-Feuerkugel durchs Bild – das echte Halloween-Gespenst am Himmel.

Und wer die Geschichte dahinter kennt, weiß: Das Fest sitzt nicht zufällig an dieser Stelle im Jahr. Es sitzt dort, weil Menschen vor über 2000 Jahren den Himmel genau beobachtet haben.

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