Willkommen im Jahr der großen europäischen Sonnenfinsternis! Während wir das Jahr 2025 hinter uns lassen, steht uns mit 2026 eines der spannendsten Jahre für Amateurastronomen in Europa bevor. Von der lang ersehnten Sonnenfinsternis im August bis hin zu exzellenten Planeten-Oppositionen bietet dieses Jahr sowohl für visuelle Beobachter als auch für Astrofotografen spektakuläre Möglichkeiten.
Hier findest Du Beobachtungstipps zu den wichtigsten Himmelsereignissen 2026 mit Datum und –wo sinnvoll– ungefähren Zeiten in mitteleuropäischer Ortszeit (MEZ/MESZ). Angaben zu Uhrzeiten sind gerundet, da sie je nach Standort variieren.
Januar – März 2026
- 3./4. Januar – Maximum der Quadrantiden
Starker, kurzer Meteorstrom in der zweiten Nachthälfte, bestes Zeitfenster grob zwischen 2 und 6 Uhr morgens. - 10. Januar – Opposition von Jupiter
Jupiter steht der Sonne gegenüber, ist die ganze Nacht sichtbar und kulminiert um Mitternacht hoch am Himmel. - 01. Februar – Vollmond
Heller Wintervollmond, gute Gelegenheit für Landschaftsaufnahmen mit Mondlicht. - 3. März – Totale Mondfinsternis (für Europa ungünstig)
Totalität fällt größtenteils in die Tages-/Dämmerungszeit Mitteleuropas; in Europa höchstens Teile der Halbschattenphase sichtbar. - 25. März – Halbschatten-Mondfinsternis
Nur leichte Abschattung am Mondrand; visuell schwer auszumachen.
April – Juni 2026
- 6. April – Vollmond (Frühlingsvollmond)
Markiert die Osterzeit; guter Zeitpunkt für Mondlandschaften. - 22./23. April – Lyriden-Maximum
Moderater Meteorstrom, aktiv in der zweiten Nachthälfte; bestes Zeitfenster grob 1–4 Uhr. - 7. Mai – Vollmond („Flower Moon“)
Heller Frühlingsvollmond. - 31. Mai – „Blue Moon“ (zweiter Vollmond im Mai)
Seltenes Kalenderereignis: zwei Vollmonde in einem Monat; genaue Vollmondzeit um den frühen Morgen (genaue Uhrzeit ortsabhängig). - 21. Juni – Sommersonnenwende
Sonnenhöchststand auf der Nordhalbkugel; Tag-Nacht-Grenze: längster Tag, kürzeste Nacht des Jahres in Mitteleuropa.
Juli 2026
- 5. Juli – Vollmond
Sommer-Vollmond relativ tief über dem Horizont. - Mitte Juli – Aufhellung der Perseiden-Aktivität
Erste verstärkte Meteorrate der Perseiden, Höhepunkt aber im August.
August 2026 – Finsternis- und Sternschnuppenmonat
- 10. August – Neumond
Legt die Grundlage für dunkle Nächte rund um das Perseidenmaximum und die Sonnenfinsternis. - 12. August – Totale Sonnenfinsternis
- Totalität: Pfad über Grönland, Island, Nordspanien, Balearen; in Spanien dauert die Totalität je nach Ort rund 1–2 Minuten, mit Maximum am späten Nachmittag/frühen Abend (ca. 19–20 Uhr MESZ).
- Mitteleuropa: Sehr tiefe partielle Finsternis kurz vor Sonnenuntergang; maximale Bedeckung typischerweise zwischen 20 und 21 Uhr MESZ, je nach Standort.
- 12./13. August – Maximum der Perseiden
Dank Neumond herausragende Bedingungen; beste Beobachtungszeit grob zwischen 23 Uhr und 4 Uhr morgens. - 27./28. August – Partielle Mondfinsternis
In Europa gut sichtbar; Beginn des Teileintritts in den Kernschatten in den späten Abendstunden des 27. bzw. kurz vor Mitternacht, Maximum in der ersten Nachthälfte des 28. August (exakte Zeiten ortsabhängig).
September – November 2026
- 8. September – Vollmond
Frühherbst-Vollmond, häufig als „Erntemond“ bezeichnet. - 26. September – Opposition von Neptun
Neptun steht die ganze Nacht über am Himmel; Kulmination um Mitternacht. - 4. Oktober – Opposition von Saturn
Saturn ist die ganze Nacht sichtbar; seine beste Beobachtungszeit ist um Mitternacht lokal. - 25. November – Opposition von Uranus
Uranus erreicht maximale Helligkeit und ist ebenfalls die ganze Nacht über zu beobachten.
Dezember 2026
- 7. Dezember – Vollmond
Spätherbstlicher Vollmond, gut für helle Nachtlandschaften. - 14./15. Dezember – Maximum der Geminiden
Einer der zuverlässigsten und reichsten Meteorströme; bestes Zeitfenster etwa zwischen 22 Uhr und 4 Uhr morgens. - Rund um den 24.–26. Dezember – Heller „Weihnachts-Supermond“
Einer der erdnahen Vollmonde des Jahres, wirkt größer und heller; genauer Vollmondzeitpunkt liegt nahe dem Weihnachtszeitraum (konkretes Datum laut Jahreskalender 2026).
Diese Liste konzentriert sich auf global und speziell für Mitteleuropa besonders relevante Ereignisse; für exakte Ortszeiten (z.B. Beginn/Maximum/Ende der Finsternisse) lohnt sich ein Blick in einen interaktiven Finsternis- oder Astro-Kalender für den jeweiligen Beobachtungsort.
Beobachtungstipps zu besonderen astronomischen Ereignissen
Jahres-Highlight: Totale Sonnenfinsternis am 12. August
Am 12. August 2026 verläuft der Pfad der Totalität über Nordspanien, die Balearen, Island, Teile Grönlands und den Nordatlantik. In Mitteleuropa (u.a. Deutschland, Österreich, Schweiz) ist eine tiefe partielle Sonnenfinsternis kurz vor Sonnenuntergang sichtbar.
- Ohne Vergrößerung: Mit zertifizierter Sonnenfinsternisbrille lässt sich der „angebissene“ Sonnenrand gut verfolgen; die tiefe Abendstellung ermöglicht stimmungsvolle Eindrücke mit Horizont.
- Fernglas/Teleskop: Nur mit sicherem Objektiv-Sonnenfilter (Baader-Folie, Glasfilter); kleine Refraktoren (60–100 mm) und Teleobjektive (300–600 mm) sind ideal, da sie das gesamte Sonnenscheibchen abbilden.
Mondfinsternisse und besondere Vollmonde
2026 bietet zwei Mondfinsternisse, darunter eine gut sichtbare partielle Finsternis Ende August. Außerdem treten besondere Vollmondereignisse wie ein „Blue Moon“ im Mai und ein heller Weihnachts-Supermond auf.
- Partielle Mondfinsternis 27./28. August: Von Europa aus gut beobachtbar, der Erdschatten frisst sich sichtbar in die Mondscheibe.
- Bloßes Auge: Deutlicher „Biss“ am Mondrand; ideal als Einstieg für Laien.
- Fernglas (7×50 / 10×50): Struktur im verdunkelten Teil deutlich sichtbar, Kontrast zur beleuchteten Region eindrucksvoll.
- Blue Moon & Weihnachts-Supermond: Am 31. Mai (zweiter Vollmond im Monat) und um Weihnachten 2026 erscheint der Mond besonders auffällig.
- Foto/Teleobjektiv: 200–400 mm Brennweite genügen für eindrucksvolle Mondaufnahmen über Landschaften.
Planeten-Highlights und Oppositionen
Mehrere äußere Planeten stehen 2026 in Opposition und sind dann die ganze Nacht über optimal sichtbar.
- Jupiter-Opposition am 10. Januar: Jupiter leuchtet mit etwa −2,7 mag im Sternbild Zwillinge und kulminiert hoch am Winterhimmel.
- Fernglas: Vier Galileische Monde als kleine Lichtpunkte sichtbar.
- Teleskop (ab 80–100 mm): Wolkenbänder, Mondschatten und gelegentliche Transite/GRF erkennbar.
- Neptun-Opposition am 26. September & Uranus-Opposition am 25. November: Beide Gasriesen sind dann jeweils die ganze Nacht nahe ihrer maximalen Helligkeit (Neptun ca. 7,8 mag, Uranus ca. 5,6 mag).
- Fernglas: Uranus als Sternpünktchen; Neptun eher anspruchsvoll, dunkler Standort nötig.
- Mittelgroße Teleskope (150–200 mm): Uranus als kleine Scheibe mit grün-blauer Tönung; Neptun als sehr kleines, bläuliches Scheibchen.
- Saturn-Opposition am 4. Oktober: Saturn ist im Herbst prominent und zeigt ein gut sichtbares Ringsystem.
- Kleinere Teleskope (70–90 mm): Ring als „Henkel“ klar erkennbar.
- Größere Öffnungen (ab 150 mm): Cassini-Teilung, Bänder auf der Planetenscheibe und mehrere Monde sichtbar.
Sternschnuppenströme und Milchstraße
Zusätzlich zur Finsternis bietet 2026 mehrere markante Meteorströme und gute Bedingungen für Milchstraßenbeobachtungen.
- Quadrantiden (3./4. Januar): Starker, aber kurzlebiger Meteorstrom in einer Januarnacht; beste Sicht kurz vor Morgengrauen.
- Ausrüstung: Dunkler Standort, Liege, ggf. Weitwinkelobjektiv (14–24 mm) auf Kamera mit Serienaufnahmen.
- Perseiden (Maximum um 12.–13. August): 2026 besonders attraktiv, da das Maximum mit Neumond und der Sonnenfinsternis zusammenfällt.
- Bloßes Auge: Dutzende Meteore pro Stunde möglich, besonders in den Morgenstunden.
- Foto: Weitwinkel mit langer Belichtung (20–30 s, hohe ISO) und Serienaufnahmen; Stativ und Intervallauslöser sinnvoll.
- Milchstraße im Sommer: Juni bis August ist die helle Sommermilchstraße (Schütze/Skorpion) in den späten Nachtstunden gut sichtbar.
- Fernglas: Haufen und Nebel (M8, M17, M24) eindrucksvoll erkennbar.
- Astrofoto: Weitwinkel + Nachführung (Startracker) für detailreiche Panoramen.

